Auszug aus dem OVB Artikel vom 10.09.2019

Gründe für ein Krematorium in Kolbermoor gibt es laut Stadt viele: So müsse ein Friedhof kostendeckend sein, es gebe Gewerbesteuereinnahmen. Obendrein komme die Einrichtung in Traunstein an ihre Grenzen, in München gebe es Wartelisten – andere Krematorien lägen noch weiter entfernt. Lange Wartezeiten?

Der Mangfall-Bote hat bei fünf Krematorien nachgefragt – und von dreien eine Antwort erhalten.

In München „gibt es keine Wartelisten für Einäscherungen“, so eine Sprecherin des Gesundheitsreferats der Landeshauptstadt. Ob es Wartelisten im Krematorium in Augsburg gibt, wird seitens des Amtes für Friedhofswesen ebenfalls verneint. Obendrein heißt es aus Salzburg: „Es kommt in der Regel zu keinen Wartezeiten.“ Und weiter: „Sollte aus Wartungsgründen eine Ofenlinie ausfallen, übernimmt die zweite Ofenlinie die anfallenden Kapazitäten und kann auch im dritten Schichtbetrieb abgefangen werden“, heißt es aus Salzburg.

Gibt es Ausnahmen? „In sehr seltenen Ausnahmefällen“, so die Sprecherin der Münchner Behörde, „beispielsweise bei einer staatsanwaltschaftlich angeordneten Überprüfung des Leichnams, kann es geschehen, dass der Zeitraum von drei Werktagen bis zur Einäscherung überschritten wird.“

„Die Zeiten des Wartens sind weitestgehend vorbei“, sagt Udo Portner. Der Geschäftsführer des Unternehmens „Schmid Bestattungen“ in Rosenheim, das auch in Kolbermoor eine Zweigstelle hat, erklärt: Im Rahmen des Zweiten Vatikanischen Konzils 1963 akzeptierte die katholische Kirche auch die Feuerbestattung. Somit setzte in der Folge eine Nachfrage nach Urnenbeisetzungen in Bayern ein.

Insbesondere seit zehn bis 15 Jahren nimmt die Zahl der Feuerbestattungen stetig zu. Mittlerweile sind es laut Portner 60 Prozent im Freistaat. In Sachsen beispielsweise liegt die Zahl bei über 90 Prozent. Werden es in Bayern mehr werden? „Ich habe das Gefühl, die Zahl hier stagniert“, so Portner.

Bei der Feuerbestattung ist es in vielen Fällen laut Portner der Fall, dass die Frist der Beisetzung spätestens nach 96 Stunden eingehalten wird. Allerdings gebe es Ausnahmen. Sollten beispielsweise nächsten Angehörigen im Urlaub sein und nicht binnen der 96 Stunden zuhause sein können, können entsprechende Anträge gestellt werden und die 96-Stunden-Frist kann verlängert werden.

Quelle: OVB vom 10.09.2019