Im Januar diesen Jahres ist meine Schwägerin nach schwerer Krankheit verstorben.
Als sie Mitte zwanzig war, hatte sie einen sehr schweren Autounfall, den sie seinerzeit nur mit sehr viel Glück und mit Hilfe von mehreren Schutzengeln überlebt hatte.
Um ihr Leben zu retten, bekam sie eine künstliche Hüfte, ein künstliches Kniegelenk und die komplette Wirbelsäule wurde mit Hilfe von etlichen Schrauben und Platten künstlich versteift.
Natürlich war sie danach schwerbehindert und nicht mehr in der Lage, einer regelmäßigen Arbeit nachzugehen. Sie war regelmäßig auf Hilfe angewiesen.
In Absprache mit uns und ihren Freunden wurde sie auf ihren Wunsch hin in München eingeäschert.
Man kann sich vorstellen, dass diese vielen „Ersatzteile“, die sie seit ca. 35 Jahren in ihrem Körper tragen musste, unter gar keinen Umständen in einer nur wenige Liter fassenden Urne Platz gehabt hätten.
Mir liegt eine „Anordnung zur Feuerbestattung“ vor, die ich hiermit auszugsweise wörtlich zitiere:
„Eine Rückgabe der mit der/dem Verstorbenen eingelieferten Wertgegenstände (z.B. Schmuck, Zahnersatz und sonstige Körperersatzstücke) ist nach der Einäscherung nicht mehr möglich, sie verbleiben in der Asche und werden zusammen mit dieser in die Urne verfüllt. Mir ist bekannt, dass Sargbeigaben und Implantate, die aufgrund ihrer Größe nicht der Urne beigeben werden können, durch das Krematorium verwertet werden. Der Erlös wird zur Förderung einer „Kultur der Pietät, des Sterbens und der Totenruhe“ auf den Münchner Friedhöfen verwendet.“
Somit ist die Aussage von Herrn Engmann, dass Gelenke etc., gleich welcher Größe, mithilfe von Werkzeugen zerkleinert und in jedem Fall der Urne beigegeben werden, widerlegt.
Hier fällt mir spontan folgender Reim ein: „Wer einmal lügt, dem traut man nicht, und wenn er selbst die Wahrheit spricht!“