Sehr geehrter Herr 1. Bürgermeister Kloo,

sehr geehrter Herr 2. Bürgermeister Kannengießer,

sehr geehrte Frau 3. Bürgermeisterin Levin,

sehr geehrte Stadträte und Stadträtinnen,

wir bitten Sie um zeitnahe Beantwortung folgender Fragen, spätestens jedoch aufgrund der anstehenden Informationsveranstaltung der Bürgerinitiative am 13. September bis zum 11. September 2019 vorab per Email. Wir stellen Ihnen als Bürgerinitiative von Bürgern der Stadt Kolbermoor diese Fragen, da nicht der Investor der für die Ansiedlung der industirellen Leichenverbrennungsanlage entscheidende Ansprechpartner ist, sondern Bürgermeister und Stadtrat.

Der Betreiber des Traunsteiner Krematoriums gibt an, dass pro Einäscherung 12 m³ (=90 kWh) Erdgas benötigt werden.
Der Betreiber des Krematoriums in Kabelsketal gibt hingegen an, dass pro Einäscherung ca. 300 kWh pro Einäscherung benötigt werden.  Vgl.: https://www.flamarium.de/fileadmin/template/Download/umweltberichte/2015-04-04-UMS-Aufz-Umweltbericht-2014.pdf

Könnte die Gemeinde veranlassen, dass Verbrauchsrechnungen offen gelegt und der Gemeinde Gründe für diese erhebliche Differenz dargelegt werden?

Wie wird der Betreiber die zusätzlich in der Gemeinde entstehenden CO2-Lasten, ca. 100 to. pro Jahr bei 4.000 Einäscherungen kompensieren? vgl.: https://www.wochenblatt.de/news-stream/chiemgau-bgl/artikel/75865/kein-geld-geothermie-projekt-traunstein-verschoben

Lt. Powerpoint-Präsentation des Traunsteiner Kremationsbetreibers werden Edelmetalle nicht abgeschieden. Bedeutet das, dass in Kolbermoor grundsätzlich keine Implantate wie Titanstifte, künstliche Gelenke, Silberplatten u.ä. entnommen werden sollen und dass im Unterschied zu manchem anderen Krematorium keine stoffliche Verwertung der Aschen stattfinden wird?

Woraus werden dann die Spenden in Traunstein finanziert, ist bereits verabredet, in Kolbermoor zu spenden und falls ja, wurde bereits mit Einrichtungen vor Ort gesprochen?

Lt. Website des Traunsteiner Kremationsbetreiber kooperiert dieser mit diversen regionalen Bestattern. Wie sieht diese Kooperation konkret aus?

Wie groß ist in Traunstein der Anteil der Urnen, die in Bestattungswäldern und nicht auf dem Friedhof beigesetzt werden?

Ist der Gemeinde die Strahlenproblematik bekannt, die aus der Krebsbehandlung herrührt? Vgl. die Erfassung radioaktiver Isotope im Umgebungsbereich eines Krematoriums und sogar im Urin eines Mitarbeiters unter:

https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/101335/Erhoehte-Strahlenwerte-im-Krematorium-nach-Verbrennung-von-Krebspatienten

Ist der Gemeinde bekannt, dass eine zufällige Dosimetermessung zur vorübergehenden Schließung eines niederländischen Krematoriums führte? Vgl.: https://www.kontrolliertes-krematorium.de/2019/03/08/strahlungsgefahr-bei-einäscherung-von-krebspatienten

Beabsichtigt die Gemeinde verbindliche Dosimeterkontrollen zu veranlassen?

Welche Gründe haben den Ausschlag für die Entscheidung gegeben, in Kolbermoor ein Flachbettkrematorium zu planen und ist der Gemeinde bekannt, dass die Aschen aus Flachbettöfen einer Analytik des Umweltbundesamtes zufolge erheblich höher mit Schwermetallen belastet waren als die von Etagenöfen?

Trifft es zu, dass in Kolbermoor ebenfalls ein Flachbettkrematorium geplant ist?

Sind im Unterschied zu der 18 Jahre alten Anlage in Traunstein Verbesserungen in Kolbermoor vorgesehen, z.B. Quecksilberfilter, Biogas statt Erdgas o.ä.?

Wird die Gemeinde eine Dokumentationspflicht für Störfälle (Bypassöffnungen) fordern?

Besteht eine Korrelation zwischen Einäscherungen von Schwergewichtigen und geöffneten Bypässen?

Trifft es zu, dass Schwergewichtige in Traunstein vorwiegend nachts eingeäschert werden?

Wird die Gemeinde einen Sicherheitsmechanismus fordern, um bei Überschreiten kritischer Gewichtsgrenzen das Einfahren auszuschließen?

 

Mit freundlichen Grüßen

Bürgerinitiative Kolbermoor gegen den Bau eines Krematoriums