„Demokratie braucht Demokraten“ sagte Bürgermeister Peter Kloo im Wahlkampf und das Zitat von Friedrich Ebert stand auch auf der Infobroschüre der Stadt Kolbermoor.
Aber was ist, wenn demokratische Entscheidungen anders ausgehen als von der Politik und Wirtschaft erwartet?
Von allen Seiten bekommt die Bürgerinitiative Kolbermoor nun Gegenwind und Kritik gegen ihre Wahlkampagne. „Wir haben lediglich alle legalen und demokratischen Möglichkeiten genutzt, um unsere Informationen und Fakten, die wir so gut wir konnten recherchiert haben, an die Kolbermoorer Bürgerinnen und Bürger zu übermitteln.“ so der Sprecher Robert Gerhard König.

„Nicht alles Glauben was im Internet steht. Das lernen wir aus dem Bürgerentscheid von Kolbermoor“ ist in einem Kommentar von BR24 zu hören.
„Man solle sich mit etablierten Medien eine objektivere Sichtweise verschaffen!“
Aus unserer Sicht ist das eine Frechheit, die Wahrheit für sich in der Form zu beanspruchen.

Die SZ suggeriert nun sogar, daß die Bürgerinitiative unter einer Decke mit der Steinmetz- und Natursteinlobby stecken würde und nach dem Floriansprinzip gehandelt hat.
Aus unserer Sicht einfach nicht gut recherchiert und nur eine Mutmaßung, die in den Raum gestellt wird ohne diese mit Fakten belegen zu können. Der Bedarf ist erwiesenermaßen in unseren Faktenchecks nicht vorhanden.
Von dieser etablierten Zeitung hätten wir einen tiefgründigeren Kommentar erwartet.

Der Bürgermeister wirft uns eine Wählerbeeinflussung durch aggressive Agitation, „ein Spiel mit der Angst“ und eine Propaganda mit Lügen vor und sagt, dass es eine vertane Chance für Kolbermoor ist.
Der gleiche Bürgermeister propagiert z.B. im OVB Artikel Pro und Contra kurz vor der Wahl, dass die Seelsorger das Projekt befürworten und unterstützen, was jedoch umgehend per Leserbrief durch Herrn Maurus Scheurenbrand (Pfarrer seit 2012 in Kolbermoor) dementiert wurde, indem er die neutrale Position der evangelischen und katholischen Seelsorgern erneut klar stellte.
Wir fragen uns: Wer hat hier tatsächlich eine vermeintliche Chance verpasst ?

Der Investor die EHG Dienstleistung GmbH an der Spitze mit Herrn Engmann ist verständlicherweise sichtlich enttäuscht über den Ausgang. Da aus unserer Sicht der einzige wahre Bedarf für eine neue Anlage im wirtschaftlichen Interesse des Betreibers begründet ist. Die Ablehnung eines Krematoriums haben nun aktuell nach dem Bürgerentscheid in Kolbermoor davor schon die Gemeinden Sauerlach, Feldkirchen-Westerham, Bruckmühl, Bad Aibling, Bad Feilnbach und Rosenheim erwirkt.
Wir Kolbermoorer werden nun als Buhmänner und St. Floriansjünger dargestellt.
Irgendwas passt da nicht zusammen!
Es wäre müßig nun auf alle Aussagen und Fehltritte von Herrn Engmann einzugehen.
Das Zitat „Wer den Weg der Wahrheit geht stolpert nicht“ könnte eine gute Ausgangssituation für weitere Anfragen des Investors an anderen Standorten sein.

Diese Quellen werfen uns, der Bürgerinitiative vor, dass WIR die Stimmung vergiften würden und auf polemische Art und Weise die Diskussionen anheizen.

Wir wollen und werden hier nicht noch weiter darauf eingehen und trauen, wie auch schon in unseren Kampagnen, jedem Bürger zu, sich daraus seine eigene Meinung zu bilden.

Aus unserer Sicht ist die komplette Berichterstattung wirklich sehr einseitig und wir finden es sehr schade, dass man eine demokratische Entscheidung nicht einfach akzeptieren kann und die mehrheitliche Meinung der Bevölkerung als Souverän der Demokratie hinnimmt.

Abschließen möchten wir unser Statement mit einem Zitat von Richard von Weizsäcker (ehemaliger deutscher Bundespräsident):

„Keiner darf für sich den Besitz der Wahrheit beanspruchen, sonst wäre er unfähig zum Kompromiss und überhaupt zum Zusammenleben; er würde kein Mitbürger, sondern ein Tyrann. Wer das Mehrheitsprinzip auflösen und durch die Herrschaft der absoluten Wahrheit ersetzen will, der löst die freiheitliche Demokratie auf.“